Elektro-Sensibilität − News

Bundesumweltministerin gründet das Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder

wirklich kompetent oder nur Abnickverein und Beruhigungspille?

Welche Veränderungen bringen neue Sendeanlagen in meiner Nachbarschaft mit sich? Welche Auswirkungen hat das neue Mobilfunknetz 5G? Gesellschaftliche Entwicklungen wie die zunehmende Digitalisierung und die Energiewende führen dazu, dass Bürgerinnen und Bürger inzwischen tagtäglich mit Strahlenschutzthemen in Berührung kommen. Um sie frühzeitig und verlässlich zu informieren, richtet das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) das neue Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder ein. Das Zentrum ist in Cottbus angesiedelt und wird am 5. Februar 2020 von Bundesumweltministerin Svenja Schulze in Berlin feierlich gegründet.

Mit seiner Aufklärungs- und Forschungsarbeit will das Kompetenzzentrum zu mehr Akzeptanz der Energiewende beitragen und eine nachhaltige Digitalisierung stärken. Das Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder soll auf lebensnahe Fragen der Bevölkerung wissenschaftlich fundierte Antworten finden und diese öffentlich vermitteln. Um dem steigenden Informationsbedarf von Bürgerinnen und Bürgern, aber auch Behörden Rechnung zu tragen, werden mit dem Kompetenzzentrum die Forschung sowie die Schulungs- und Dialogangebote des BfS weiter ausgebaut. Auf einer eigens eingerichteten Website können sich Bürgerinnen und Bürger informieren und einem Expertenteam ihre Fragen stellen:

Da hier das bekanntermassen industriefreundliche Bundesamt für Strahlenschutz dahinter steht, ist hier aber wohl kaum eine sachliche Aufklärung der Bürger zu erwarten. Es werden NUR die thermischen Wirkungen der Mobilfunkstrahlung berücksichtigt, siehe:
Der Filz und die Grenzwerte

Auf der Homepage finden sich bestenfalls halblebige Ratschläge, wie man die eigene  Strahlenbelastung bei der Nutzung von Samrtphone & Tablet minimieren kann. Aber ansonsten nur die üblichen Floskeln zur Ruhigstellung der betroffenen Bürger.

Von Kompetenz oder Expertise kann hier leider keine Rede sein, eher von Verharmlosung und Vertuschung der Risiken sowie Irreführunmg der Bevölkerung.

 

diagnose:funk fordert daher echte wissenschaftliche Kompetenz für dieses „Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder“ des Bundesamts für Strahlenschutz und ernst gemeinte Forschung statt Verharmlosung von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung!

Hierzu deren Presserklärung:

Stuttgart, 05.02.2020: Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation diagnose:funk fordert von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD): Statten Sie das heute neu gegründete „Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder“ des Bundesamtes für Strahlenschutz personell und finanziell so aus, dass hier industrieunabhängig höchste wissenschaftliche Kompetenz entsteht im Bezug auf Gesundheitsauswirkungen von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung. Und nehmen Sie die Sichtung und Analyse der internationalen Studienlage wieder auf, die Ihre Vorgängerin 2017 eingestellt hat.

Hintergrund: Heute gründet Bundesumweltministerin Svenja Schulze zusammen mit Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz, in Berlin das „Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder“, das in Cottbus ansässig sein wird. Siehe auch https://www.bmu.de/veranstaltung/eroeffnung-des-kompetenzzentrums-elektromagnetische-felder/

Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk: „Die heutige Gründung des ‚Kompetenzzentrums EMF‘ muss der Startschuss sein für die ernst gemeinte Erforschung der Gesundheitsauswirkungen von Mobilfunkstrahlung durch die Bundesregierung. Das Kompetenzzentrum muss echte Kompetenzen aufbauen zur Reduzierung der Strahlenbelastung. Und wir brauchen endlich behördlichen Verbraucherschutz statt industriefreundliche Verharmlosungsrhetorik. Schluss mit dem Mythos, Handy- und WLAN-Strahlung sei unbedenklich! Die internationale Forschungslage zeigt nämlich ein sehr bedenkliches Bild: Fast 500 Studien weisen ernste gesundheitliche Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung nach, eine dieser Studien wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz selbst in Auftrag gegeben.“  BfS-Studie siehe
https://www.bfs.de/DE/bfs/wissenschaft-forschung/ergebnisse/hff-tumorfoerderung/hff-tumorfoerderung.html

Die Verharmlosungsstrategie der letzten Jahre hat das Bundesamt für Strahlenschutz in eine Sackgasse getrieben“, analysiert Peter Hensinger, zweiter Vorsitzender von diagnose:funk, die Studienergebnisse. „Das Bundesamt kommt aus dieser Sackgasse nur heraus, wenn es den Menschen die wissenschaftlichen Erkenntnisse erklärt, die in der Fachwelt seit Jahren diskutiert werden: Mobilfunkstrahlung unterhalb der Grenzwerte ist krebserregend, mindert die männliche Fruchtbarkeit und führt zu vielfältigen entzündlichen Erkrankungen in den Zellen. Wenn das BfS diese Zusammenhänge am Tag der Gründung des Kompetenzzentrums ernst nimmt und selbst große Forschungsprogramme aufsetzt, dann kommen wir einen Schritt weiter. Wenn jedoch wieder Verharmlosung und Mythenbildung betrieben wird, dann muss Bundesumweltministerin Schulze schnell personell gegensteuern.“

Die Umfrage „Was denkt Deutschland über Strahlung?“ im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz hatte im vergangenen Jahr ergeben, dass bundesweit 51% der Bevölkerung über die Risiken der Strahlung beunruhigt sind, im Süden Deutschlands sogar 58%. Nur noch 37% vertrauen darauf, dass staatliche Institutionen des Strahlenschutzes sie schützen. Die Analyse des BfS ergab sogar darüber hinaus, dass 83% der Bevölkerung wegen der Strahlung von Mobilfunkmasten beunruhigt sind.  Umfrage siehe:
https://doris.bfs.de/jspui/bitstream/urn:nbn:de:0221-2019110720000/3/BfS_2019_3619S72204a.pdf

diagnose:funk ist eine unabhängige Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisation im deutschsprachigen Raum, die sich für den Schutz vor elektromagnetischer Strahlung einsetzt. 

https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1518

 


Weiterführende Links, Dokumente und Quellennachweise:

www.bfs.de/DE/themen/emf/kompetenzzentrum/kompetenzzentrum_node.html

Eingestellt: 05.02.2020, 18:38
Geändert: 06.02.2020, 16:54

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Kommentare zu diesem Artikel

Kommentare geben die Meinung des jeweiligen Verfassers wieder, dies entspricht nicht unbedingt der Meinung der Betreiber dieser Webseite


von: AK

vom: 06.02.2020, 12:13

wie diese Aufklärungsarbeit ausschauen wird, können wir uns ja denken…

Es werden noch mehr Steuergelder dafür verwendet, die Menschen an der Wahrheit vorbei zu informieren… Übersetzt: Wir dürfen unsere eigene „Verarschung“ weiterhin finanzieren…


von: Jan

vom: 06.02.2020, 12:14

nach Äußerungen von Frau Paulini in der heutigen Südwest Presse ist wohl eher davon auszugehen, dass mit dem Cottbusser „Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder“ die Mobilfunk-Befürworter sich methodisch ein Beispiel an der erfolgreichen Arbeit von diagnose:funk nehmen wollen. Man möchte offenbar näher an die Menschen ran, um Ängste zu nehmen, Informationen zu vermitteln und damit letztlich Widerstand vor Ort auf die sanfte und unauffällige Art zu brechen.

Gleichzeitig weiß man den Gesetzgeber mit der Ausfertigung von Beschleunigungsgesetzen an seiner Seite, womit die Digitalisierung und Vernetzung Deutschlands endlich Fahrt aufnehmen soll. Sind die Menschen vor Ort erst „weichgespült“, muss man nachher weniger Protest gegen beschleunigte Verfahren befürchten.

Ansonsten übrigens nichts Neues in dem Interview, als die immer gleiche Verharmlosung: „Bei den Grenzwerten, die wir in Deutschland haben, treten keine gesundheitlichen Wirkungen auf.“ (Inge Paulini)


von: Georg

vom: 06.02.2020, 12:15

Solch ein Kompetenzzentrum, das auch seinen Namen verdient, wäre eine gute Sache - würde ich voll unterstützen!
- Ich denke nur, das es in der momentanen Sitaution besser nicht im BfS wegen dessen Verflechtungen mit der Industrie angesiedelt würde!
- Ansonsten haben wir dann nur einen neuen Lobbyverein, der vertuscht und verharmlost!


von: Isabell

vom: 22.05.2020, 19:14


"Verbraucherschutz statt Desinformationspolitik"


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